Review

Kurz:

Only a dead bug is a good bug.

Lang:

Rico (Casper Van Dien), Carmen (Denise Richards) und Carl (Neil Patrick Harris) leben in einer Welt, wo alle Nationalstaaten zusammengebrochen sind und eine Weltföderation die Erde regiert. Die Menschheit steht mit einem ausserirdischen Volk von Arachnoiden im Krieg. Entsprechend wurde das politische System umgekrempelt: Das Wahlrecht steht nur Personen zu, die eine mindestens zweijährige Dienstzeit beim Militär leisten.

Alle Menschen, welche dem Kampf gegen die «Käfer» beistehen, sind gleichgestellt, egal welchem Geschlecht sie angehören oder welcher Herkunft sie haben. Ein Hoch auf Gemeinschaftsduschen.

Des Weiteren setzt das Rechtssystem wieder auf körperliche Bestrafung sowie Todestrafen und die ganzen 68er-Gutmenschen-Therapien wurden über Bord geworfen.

Starship Troopers scheint auf den ersten Blick ein simpler und stumpfer Sci-Fi-Action-Steifen aus den Neunzigern zu sein. Viele actiongeladene und kurzgeschnittene Einstellungen, mit futuristischen Soldaten, riesigen ausserirdischen Insektenwesen und Unmengen an Explosionen, sowie eine sehr dünne Geschichte über Liebe und Freundschaft. Die oberflächliche Botschaft lässt sich folgendermassen zusammenfassen: Freundschaft ist lässig, Krieg ist geil und Monsterinsekten sind böse.

Was jedoch das Beeindruckende am Streifen ist, er hat mehr Tiefe hat als ein typischer Blockbuster. Paul Verhoeven (RoboCop, Hollow Man) schafft es auf seine eigensinnige und charmante Weise den gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Robert A. Heinlein zu parodieren.

Besonders wenn der Holländer die Militärglorifizierung durch den Insektendreck zieht brilliert der Film. Would you like to know more?

Wenn man «Startship Trooprs» zwischen den Zeilen liest, erkennt man, dass eine demokratiefeindliche und düstere Zukunft dargestellt wird, wo Menschen mit einem ständigen Lächeln gegen einen verhassten Gegner kämpfen, den sie nicht verstehen. Die Naziästhetik der Uniformern, die sprachliche Manipulation und die vielen verkrüppelten Charaktere deutet mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass Krieg und Gewalt nicht die optimale Lösung ist.

Der Streifen selbst hat beim Anschauen fast keine Kanten und flacht nie ab: «Starship Troopers» ist wie aus einem Guss fabriziert mit einer angenehmen Erzählgeschwindigkeit, nachvollziehbaren Charakterentwicklungen und einer guten Portion Videospiel-Action. Auch Fans von Gore und Filmblut kommen auf ihre Kosten.

Fazit:

«Starship Troopers» ist wie Star Trek, welches von Faschisten geschrieben wurde: Anstatt den Weltraum zu erforschen und Bündnisse zu schliessen, sprengt man Aliens in die Luft. Eine Welt wie aus einem Videospiel bewohnt von Monsterinsekten, die uns eine Dystopie vorhält, welche durch den Hang zum Trash und einer Art Augusterlebnis der Helden verwischt wird. Never surrender. Never retreat. Never give up.

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