Kurz:

Deutsche Sturmsoldaten und Nazi-Zombies auf Zerstörungsmission – hier werden ganz klar keine Gefangenen gemacht!

Lang:

Das Thema 2. Weltkrieg ist ja beileibe nichts Neues. Genauso wenig wie das mittlerweile ziemlich abgelutschte Thema Zombies. Was läge also näher, als beide miteinander zu kreuzen? Auch das Subgenre Nazi-Zombie-Film, welches dabei rauskommt, ist nicht wirklich neu, sondern sogar auf Wikipedia dokumentiert. Diese Unterkategorie von wird ausnahmslos von B-Movies regiert. So nahm Paramount Pictures bei diesem Film deutlich mehr Geld in die Hand, damit das Endprodukt sich von der Masse abhebt.

Normandie, einen Tag vor der Operation Overlord: Eine Truppe amerikanischer Fallschirmjäger soll einige Kilometer hinter den feindlichen Linien landen, um einen deutschen Radarturm zu sprengen, der die Luftlandung der Alliierten empfindlich hindert. Unter dem Turm allerdings entdecken die Amerikaner ein weitläufiges Gewölbe, in dem sich das geheime Laboratorium eines deutschen Doktors in den Diensten der Wehrmacht befindet. Diese lässt einheimische Dorfbewohner verschleppen, um mit ihnen grausame Experimente durchzuführen. Das Ziel ist, mittels eines Serums eine Armee aus unbesiegbaren und langlebigen Supersoldaten zu erschaffen, da „ein tausendjähriges Reich tausendjährige Soldaten braucht“, wie man später erfahren soll. Und die Nazis stehen gefährlich nahe vor der Vollendung, denn die ersten mutierten Zombies wurden bereits erweckt und stehen Gewehr bei Fuss…

Das Kriegsszenario, durch das sich unsere Helden kämpfen müssen, ist äusserst realistisch gestaltet und sauber digital ausgeschmückt. Das Nazi-Labor wurde ebenfalls mit Liebe zum Detail gestaltet und wirkt überdimensional gross. Hingegen wirken die dortigen Sturmsoldaten eindimensional und agieren ausnahmslos dumm. Im Stützpunkt treffen wir alle für solch einen Film nötigen, stereotypischen Figuren an:

  • Schrulliger, bösartiger und genialer Doktor der Nazis
  • Über Leichen gehender Nazi-Befehlshaber
  • Unschuldige, minderjährige Geiseln
  • Sprengstoffexperte, der sich als unerschrockene Kampfsau ausgibt
  • Ängstlicher, aber beherzter Held (Sergeant Boyce)
  • Einheimische Kämpferin der Résistance (Chloé)

Nach einem fulminanten Start als Kriegsfilm wandelt sich Overlord ab der Mitte zum Horrorfilm mit Zombies und im Zentrum des Geschehens steht Sergeant Boyce (Jovan Adepo), der seine Furcht überwinden muss und gleichzeitig als moralischer Kompass der Truppe fungiert. Komplett zum Nazisploitation-Film wandeln will sich Overlord aber nicht, dafür hatte er ein zu hohes Budget zur Verfügung und überrascht mit einer erstaunlich ernsthaften Geschichte. Dem Film ist das Geld dank grandioser Kulissen, aufwendig choreografierter Kampfszenen und einwandfreier digitaler Effekte deutlich anzusehen.

Wo beispielsweise die Filmreihe Outpost auf beklemmende Anspannung setzt, versucht Overlord ein stimmiges Gesamtbild hinzukriegen, um dem Zuschauer so einen grösseren, kompletteren Eindruck des Ganzen zu vermitteln. Und schliesslich muss der Streifen ja auch Kino- und somit Massentauglich sein.

Fazit:

Overlord haut bewusst dort in die Kerbe, wo andere neu produzierte Horrorfilme nur andeuten: Man sieht Blut, Brutalität unzensiert. Und Sympathieträger Boyce holt diejenigen Zuschauer ab, welche den Kinosaal eigentlich frühzeitig verlassen wollten. Zuviel des Splatter wird es aber nicht, denn der Film dreht nicht an der Gewaltschraube wie anno dazumal der Genreklassiker Braindead. Dafür präsentieren sich die Amis mal wieder übertrieben heldenhaft. Da wir ja alle wissen, wie der D-Day damals endete, sei es ihnen diesmal gegönnt.

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