Kurz:

Stirb langsam ist der beste Weihnachtsfilm aller Zeiten!

Lang:

Ja, Der kleine Lord, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel oder auch Love Actually sind thematisch natürlich etwas besser mit der heiligen Weihnachtszeit verbunden. Aber sind wir mal ehrlich: Kein anderer Film passt einfach so perfekt zum Fest der Feste wie Stirb Langsam!

Warum? Darum!

Wie jedes Jahr werden wir an Weihnachten mit einer Zuckerguss-Sauce regelrecht überschwemmt. Da werden wir ganz besinnlich, blicken auf das noch aktuelle Jahr zurück und erinnern uns an schöne Momente. Wir geraten in einen klebrigen Nostalgierausch, geniessen die Zeit mit unseren Liebsten und sind auch gegenüber dem etwas eigenwilligen Onkel ganz schön tolerant.

Ja, Weihnachten ist schön. Die Vorfreude wird trotz Alltagshektik so gut wie möglich zelebriert. Der Höhepunkt des Jahres wird von vielen einfach aufgesogen und wir fühlen uns umgeben von Wattebäuschchen.

Jipi jay jey, Schweinbacke!

Doch die gute Stimmung geht einem dann auch mit der Zeit einfach so richtig auf den Sack. Das süsse Gebäck und der fette Festtagsbraten kann man dann auch nicht mehr sehen. Die Freundlichkeit sickert einem schon aus den Ohren heraus. Man will nur noch schreiend davon rennen und sich in seine Höhle zurückziehen, die Türe verbarrikadieren und sich auf dem Sofa von der Umwelt abschotten.

Und was gibt es da Passenderes, als sich Stirb langsam reinzuschieben? Denn auf das Free-TV kann man sich heute ja gar nicht mehr verlassen. Dort dominieren Sendungen à la  Musikantenstadel und zig Schlagersendungen terrorisieren unsere Ohren.

Ho, Ho, Ho! Jetzt habe ich eine Maschinenpistole!

John McClane ist aber immer herzlich willkommen. Für ihn machen wir noch zusätzlich Platz auf dem Sofa. Er ist wie ein alter Kumpel, den man einmal pro Jahr trifft und einfach nur mit ihm abhängen kann, ohne viele Worte zu verlieren.

Bei ihm wissen wir, was wir haben. Wir bekommen genau das, was wir auch brauchen: Knackige Action mit lockerflockigen Sprüchen und ein rauchender Held, der barfuss (!) diverse Terroristen in einem Hochhaus aufs Kreuz nimmt. Einer gegen alle. Der Typ leidet, blutet, ist menschlicher als so viele andere Action- und Superhelden und zieht sein Ding gnadenlos durch.

Natürlich ist das nicht wirklich per se ein klassischer Weihnachtsfilm. Denn es geht da schon zünftig zur Sache. Aber der Geist der Weihnachten ist auch hier immer schön zwischen den Zeilen spürbar. Die Liebe zu seiner Frau ist sein Hauptmotivator. Dass er dabei hilft ein paar böse Buben an Weihnachten auszuschalten, ist ein schicker Nebeneffekt.

Fazit:

Stirb Langsam ist der perfekte Weihnachtsfilm, weil man mit ihm nach der ganzen heiligen Liebelei wunderschön abschalten kann und sich den etwas niederen Instinkten des Menschsein wieder hingeben kann. Es rumst und bumst auf gute alte 80er-Jahre-Art und man klatscht Beifall, wenn McClane im Unterhemd den bösen Jungs so richtig den Allerwertesten versohlt.

Und wer während der Actionsause dennoch ein schlechtes Gewissen bekommt und Angst hat, dass der Geist der Weihnacht in der Nacht ans Fenster klopft, wird mit dem etwas kitschigen Abspann beruhigt. Denn da wird nochmals zünftig das Weihnachtsfass geöffnet. Ob wir wollen oder nicht.

Let it snow, let it snow, let it snow…

 

5 von 5 blutigen Füssen

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