Kurz:

„Samurai Cop“ dreht sich um einen in Japan zum Samurai ausgebildeten Cop, welcher zurück nach Los Angeles geschickt wird, um der bösen Katana-Gang den Garaus zu machen.

Lang:

Bereits nach dem eklektischen Eröffnungssong ist der Zuschauer mitten im Trash-Himmel und wird mit grandios üblen Dialogen, hässlichen Frisuren, fahrlässigem Dubbing und sensationell schlechtem Schauspiel Willkommen geheissen.

Nach 2 Minuten wird mit „Here comes the Boss“ der Bösewicht des Films unmissverständlich angesagt. Dass die Gang des Yakuza-Ablegers grösstenteils aus Typen besteht, die weisser als Erich J. Hess sind, scheint Amir Shervan (Regisseur dieses Meisterwerks) ebenso wenig zu stören, wie dass sein Hauptdarsteller einem Samurai in etwa gleich ähnelt wie ein Pferd einer Giraffe.

Bereits nach 4 Minuten guckt unser Supercop persönlich um die Ecke und präsentiert unter seiner viel zu klein geratenen Mütze erstmals seine imposant deplatzierte Perücke. Der Samurai Cop ist eine Wucht: die Mischung aus Sylvester Stallone und Richie Sambora stolziert als aufgeblasener Gockel über die Leinwand, betört jede im Film involvierte Frau, kämpft sich mit einer stoischen Ruhe durch die haarsträubenden Dialoge und sorgt mit seinem übertriebenen Schauspiel für beste Unterhaltung.

Für den Soundtrack werden alle Ingredienzen der späten 80ger im Dauerloop verwendet: hektische Drumbeats, Synthiegedönse und einzelne Gitarrenschreddereien sollten wohl den unspektakulären  Actionsequenzen die nötige Dynamik vermitteln, wirken aber deplatziert und verleihen den Szenen einen zusätzlichen Schuss Lächerlichkeit.

Der Kontinuität schien nicht wirklich viel Gewicht gegeben worden zu sein, denn beim Schnitt scheint es, als hätten die Filmemacher entschieden, ein Storyboard-Shuffle zu spielen. Einzelne Szenen enden abrupt, die Übergänge sind bei jedem iMovie-Filmchen geschmeidiger und bei Schiessereien ist nicht auszumachen, wer auf wen knallt. Die teils konfusen WTF-Momente und unpassenden Szenenwechsel unterhalten aber prächtig.

Der als Lethal Weapon Klon geplante Film klaut unglaublich dreist bei so ziemlich allen vorhergehenden Buddie-Movies. Dass alle in dieser Filmproduktion involvierten Personen von A bis Z an den Erfolg des Streifens glaubten, verleiht „Samurai Cop“ zusätzlichen Unterhaltungswert. Erwachsene Männer beim Räuber und Gendarm spielen zuzusehen, hat zwar etwas Befremdendes, ist aber auch sehr spassig.

Bilder sprechen mehr als tausend Worte. Darum voilà. Wichtig: der Löwenkopf-Teppich an der Wand ist nicht als Witz gedacht, war aber weitaus günstiger als eine echte Jäger-Trophäe.

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Samurai Cop muss einfach geliebt werden: für seinen Dilettantismus, seine Dreistheit und seine beiden Hauptdarsteller. Matt Hannon und Mark Frazer haben vor als auch nach „Samurai Cop“ ihre Brötchen mit allem Anderem als Schauspielerei verdient. Zu Recht. Da sich der Kultstreifen über die Jahre verdientermassen ein Publikum, vor allem bei Mitternachtscreenings in den Staaten und England, erspielte, stehen die beiden „Schauspieler“ momentan nochmals für „Samurai Cop 2 – Deadly Vengance“ vor der Kamera. Der hysterische Trailer macht jedenfalls schon mal Spass und schürt die Vorfreude. Spitzfindige Trash-Aficionados erkennen auch eine weitere Kult-Ikone im Trailer. So gibt sich kein geringerer als Mr The-Room Tommy Wiseau die Ehre.

The Best Worst

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11 thoughts on “Rezension: Samurai Cop (1991)

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